Chronik

Das Kinderheim wurde 1911 für die „Vaterländischen Frauenvereine“ erbaut.

Kinder aus nationalgesinnten Familien durften hier mehrwöchige Erholungskuren verleben.

Im Zeitraum von 1915 bis 1919 nutzte man das Gebäude als Lazarett; später wieder als Kinderheim.

Nach gründlichem Umbau beherbergte das Haus von 1928 bis 1940 ca. 120 Kinder. Die Holzveranden wurden abgerissen und das Haus erhielt in Massivbauweise seine heutige Gestalt. Auch im 2. Weltkrieg entstand wieder ein Reservelazarett.

Vom 14. bis 18. April 1945 wurde das Heim, obwohl durch ein riesiges Rotes Kreuz gekennzeichnet, durch amerikanische Artillerie von der Güntersberger Straße her beschossen und teilweise zerstört. Etwa 25 Verwundete starben. Das Heimkind Anni Köppe und ein Angestelltenkind waren unter den Opfern. Im August 1945 richteten Soldaten der „Roten Armee“ ein Behelfsquartier ein und führten erste Aufräumungsarbeiten durch. Im Sommer 1946 wurden einige Zimmer für eltern – und heimatlose Kinder geschaffen.

1947 wird der Wiederaufbau beschlossen. Das Heim konnte offiziell als Kreiskinderheim in Betrieb genommen werden. Anne Dorner übernahm für 30 Jahre die Heimleitung. Ab 1949 galt das Haus als ständige Heimstätte für ca. 60 Vorschulkinder.

Besondere Hilfe wurde dem Kinderheim durch die sowjetische Militärverwaltung zu teil.

1958 bis 1969 lebten überwiegend Vorschulkinder hier, von 1969 bis 1973 vorrangig debile Kinder; alle im schulpflichtigen Alter. Ab 1974 trat eine Verbesserung der Wohnraumgestaltung ein. Das 2. Obergeschoß wurde ausgebaut, die Waschräume erweitert.

In den 80 iger Jahren entstanden familienähnliche Wohnbereiche mit jeweils eigenen Kinderküchen, so daß etwa 40 Kinder und Jugendliche in drei Wohngruppen eigenständig zusammenlebten.

Am 01. Januar 1993 bekam das Kinderheim einen „Freien Träger“. Das Landratsamt Quedlinburg übergab das Haus dem „Deutschen Roten Kreuz“.
1996 wurde das ehemalige Angestelltenhaus komplett saniert und in das Gesamtkonzept aufgenommen.
1997 gaben die Heimbewohner „ihrem Haus“ den Beinamen „Zur Tannenspitze“.

In den letzten Jahren erweiterten wir unser Leistungsangebot dem Jugendhilfebedarf entsprechend. Es gibt zwei Wohnbereiche für insgesamt 14 Jungen und Mädchen im Haupthaus, eine Aussenwohngruppe für sechs Jugendliche, einen autonomen Wohnbereich für Mütter mit Kind oder Kleinkinder an sich und zwei Kleinstgruppen, in denen je vier Kinder sozialpädagogisch intensiv betreut werden.

Außerdem integrieren wir unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und betreuen junge Menschen in eigenem Wohnraum nach. In einer Vereinbarung mit dem Landkreis ist die Gewährleistung von Inobhutnahmen vertraglich geregelt. Unsere Einrichtung hat sich verpflichtet jederzeit Hilfebedürftige in Gefahrensituationen aufzunehmen, um Kindeswohl zu sichern.

 

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